Globalisierung in Afrika?
Die positiven Früchte der Globalisierung sind bekannt: leichtere und schnellere Kommunikation, das Internet mit einer schier unendlichen Fülle an Daten, billige Reiseangebote und eine zunehmende Internationalisierung. Zumindest die westliche Welt kommt in den Genuss dieser Errungenschaften, aber gilt das auch für einen Kontinent wie Afrika, wo teilweise Krieg, Hunger, Armut und Not herrscht? Realistisch gesehen muss man einräumen, dass nicht alle Menschen gleichermaßen an den positiven Errungenschaften der Globalisierung partizipieren. Die meisten Menschen in Afrika sind von Internet oder Handy abgeschnitten, wohingegen sie sich mit existenziellen Sorgen befassen müssen. Sicher sprießen in den Großstädten wie Nairobi oder Mombasa die Internetcafés aus dem Boden, doch dies sind immer noch Ausnahmen, die für weite Teile der Bevölkerung nicht zugänglich sind. Das gilt insbesondere für die Menschen, die auf dem Land leben und dabei zum Teil noch Lebensformen pflegen wie vor hunderten von Jahren. Die Früchte der Globalisierung sind weltweit also sehr ungleich verteilt. Während in der westlichen Welt Handy und Internet mittlerweile zum Standard gehören, plagen in weiten Teilen Somalias Hungersnöte die Menschen. Die Globalisierung hat Afrika zu weiten Teilen noch nicht erreicht und damit sind der Bevölkerung auch die Möglichkeiten verwehrt, die die Bewohner der westlichen Welt inzwischen haben. Afrika hinkt bezüglich der Kapazitäten der Globalisierung genauso hinterher wie in anderen Bereichen des Lebens. Sollten Errungenschaften der Globalisierung wie die neuen Medien in Afrika flächendeckend Einzug halten, wäre zu erwarten, dass der Kontinent einen wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung erlebt. Dies ist derzeit aber nicht absehbar und so bleibt Afrika vorerst ein Stiefkind der Globalisierung.
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